Gedankenimpuls

Was willst du wirklich und was sind Erwartungen der Anderen?

In den letzten Monaten – vielleicht seit dem ich 30 Jahre alt bin – denke ich immer mehr bewusst darüber nach, was ich mir eigentlich für ein Leben wünsche. Was will ich wirklich? Was will ich, weil ich weis, dass es mich glücklich machen wird und was will ich nur, weil ich denke, dass es sich so gehört und es von der Gesellschaft erwartet wird. Geht es Dir auch manchmal so?

Trotz modernen Bewegungen bzgl. Diversität, freier Liebe und Emanzipation, gibt es dennoch Lebenswege die als “normal” und “richtig” betrachtet werden. Sei es für eine Frau möglichst schnell einen Mann zu finden, zu heiraten, Kinder zu bekommen und bestenfalls neben der Erziehung der Kinder noch Geld zu verdienen oder für einen Mann schnell die Karriereleiter aufzusteigen, ausreichend Geld zu verdienen um Frau und Kinder zu versorgen und am besten noch ein Haus zu bezahlen. Weicht es nur ein bisschen von der “Norm” ab, vielleicht durch ‘Kinder vor der Ehe’, erst spät Kinder zu bekommen, als gleichgeschlechtliches Paar Kinder zu haben, sich gegen eine monogame Beziehung zu entscheiden oder gar nicht zu wissen was man will und wer man ist und bis 40 oder 50 das Leben und sich selbst erforscht – Man ist sofort Gesprächsthema bei dieser “alt/herkömmlich denkenden Gesellschaft”. Sicher gibt es auch bei dir Menschen die solche oder ähnliche Erwartungen an dich haben. Doch wer sind diese Menschen? Haben sie ein Recht dazu? Und wer sagt, dass das der “richtige” Weg ist. Wieso ist das immer noch so stark in den Köpfen der Menschen verankert? Wieso meinen manche Menschen sich überhaupt ein Bild deines Lebens machen zu dürfen? Und wieso zur aller Welt lassen wir uns davon so sehr prägen und beeinflussen. 

Sicher bist du schon ein oder zwei Mal in deinem Leben Wege eingeschlagen, um es anderen Menschen recht zu machen, obwohl du dir selbst gar nicht im Klaren darüber warst, ob du das eigentlich wolltest. Vielleicht aber hattest du eine Vorstellung deines Lebens im Kopf, welche dir von anderen ausgeredet wurde. “Das ist unrealistisch”, “Mach lieber etwas sicheres” oder “Das schaffst du sowieso nicht” –  It’s impossible.   

Doch wie du im Schriftzug schon erkennen konntest, steckt im Wort impossible (zu Deutsch unmöglich) I`m possible (also ich bin/mache es möglich). Denn Du bist der Schöpfer deiner Welt. Du machst es möglich und kannst entscheiden, was du aus deinem Leben machen willst. Das alles beginnt bereits in deinem Kopf. Wenn du daran glaubst, dass du es möglich machst, da du es wirklich willst, dann ist es auch möglich.

Wichtig ist herauszufinden, was genau du denn willst. Ist der “richtige” Weg der gesellschaftlichen Erwartungen der richtige Weg für dich oder strebst du einen ganz anderen an? Verstehe mich nicht falsch weder das eine noch irgendein anderer Weg ist richtig oder falsch / gut oder schlecht. Meiner Meinung nach kannst du auf jegliche Art und Weise glücklich werden. Es muss sich nur richtig anfühlen und deinen Wünschen entsprechen.

Wie viele Menschen kenne ich, die Kinder haben, nur um welche zu haben, obwohl sie weder dazu geeignet sind Eltern zu sein, noch es jemals wollten. Sie zwängen sich in ein Korsett des Lebens, dass ihnen viel zu eng ist, sie einschränkt in ihrem wahren Selbst zu wachsen. Doch leider ist gerade der Weg der Familie ein Weg, den man nicht mal so eben rückgängig machen oder verlassen kann/sollte. Denn auch dann entspricht man wieder nicht den Erwartungen der “Anderen” und ist dem Kind/den Kindern gegenüber nicht fair.

Ich kenne Menschen, die ihren Traum einer eigenen Familie, aufgrund von genetischen oder krankheitsbedingten Hindernissen zu schnell aufgegebene haben und weder  “gesellschaftlich weniger angesehene” Methoden gewagt oder wenigstens andere Träume gefunden und verwirklicht haben. Sie leben jahrelang im Schatten der Anderen und des eigenen Selbstmitleides und sind niemals glücklich. Doch wer sagt denn, dass das der einzig wahre Weg war? Vielleicht gibt es neben dem einen auch einen anderen Traum oder aber der erste Traum war nie der richtige für diese Person. Vielleicht dachtest sie/er es wäre DER Weg, da ihn “alle” gehen.

Wieder andere wollen vielleicht rebellisch sein, sich dem Druck der Gesellschaft und Erwartungen entgegenstellen und niemals sesshaft werden und Familie gründen, merken dann aber viel zu spät, dass sie unglücklich sind, denn ihr Stolz hat verhindert zu erkennen, dass genau dieser Weg der richtige für sie gewesen wäre.

Wie man es macht ist es falsch, denkst du dir jetzt? Nein. Ich denke, wie du es machst ist es genau richtig, wenn du es mit vollem Herzen und Überzeugung machst. Lerne dich selbst und deinen Sinn im Leben kennen und lasse dich von deinem Bauchgefühl leiten. Wie du aus meinem letzten ‘Post von Claudi’ vielleicht weist, glaube ich daran, dass alles so kommt wie es kommen soll. Vielleicht hat das Pärchen mit unerfülltem Kinderwunsch einfach nicht dieser Aufgabe im Leben nachgehen sollen, sondern ganz andere erfüllen sollen. Vielleicht wurden sie vor einem Leben im Korsett erspart, was es für sie geworden wäre. Vielleicht gehen aber auch Pläne zu Reisen, Unternehmen aufzubauen oder Projekte ständig schief, da es eigentlich nicht der Weg ist, der für dich gedacht ist.

Seitdem ich meine Aufgabe kenne, mich akzeptiere wie ich bin, was mich ausmacht und worin meine Stärken und Schwächen liegen, kann ich viel entspannter einfach erwartungsvoll darauf vertrauen, dass alles so kommt wie es für mich richtig ist. Ich brauche nichts krampfhaft in die Wege leiten oder traurig sein über Dinge die anders kommen als gedacht. Denn ich vertraue darauf, dass es so sein sollte und andere Möglichkeiten und Erfahrungen mit sich bringt.

Ich weis noch nicht wie mein Leben wird und ob die Vorstellung die in meinem Kopf schwirrt Wirklichkeit wird. Aber ist es nicht genau das, was das Leben spannend macht? Ich beschäftige mich mit Dankbarkeit, Achtsamkeit und Urvertrauen um das Leben zu genießen und zu feiern wie es ist. Egal wie es kommt, so soll es für mich gut sein. Es ist kein leichter Weg, denn auch ich bin immer wieder geprägt von Glaubenssätzen, Denkstrukturen der Gesellschaft und beeinflusst von Erwartungen anderer und mir selbst. Doch durch die Meditation und die Achtsamkeit gelingt es mir mehr und mehr auch andere Optionen eines Lebens für mich in Betracht zu ziehen. Abzuwägen was ich will oder nur dachte zu wollen und frei entscheiden zu können auch wenn es gegen Erwartungen anderer ist. Und auch hier wieder der Spruch: Wer mich kennt weis, dass ich früher nicht mal kleinste Entscheidungen im Leben treffen konnte, da ich es allen Recht machen und alle Erwartungen und Wünsche erfüllen wollte. Vor allem von Menschen die mir wichtig sind. Doch wer ist der wichtigste Mensch in deinem Leben? Das bist du selbst. Und nur wenn du es dir selbst recht machst und du glücklich bist, können Menschen, denen du wirklich wichtig bist auch glücklich sein. Alle anderen Menschen, die dir DEINEN Weg nicht gönnen oder madig reden wollen, können nicht so wichtig für dich sein. Lerne dich abzugrenzen und auf dich selbst und dein Herz zu hören. Lebe das Leben, das dich glücklich macht.

Wie denkst du darüber? Lebst du dein wahres Selbst oder nach den Erwartungen anderer? Schreib mir gerne deine Gedanken zu diesem Thema. Ich freue mich von Dir zu lesen.